Kompakte Lagersysteme: Definition, Beispiele und Vorteile für Ihr Lager

Kompakte Lagersysteme: Definition, Beispiele und Vorteile für Ihr Lager

Regale in Wunschfarbe: Lagertechnik, die zu Ihrem Unternehmen passt Du liest Kompakte Lagersysteme: Definition, Beispiele und Vorteile für Ihr Lager 8 Minuten

Die Lagerfläche ist knapp, der Bestand wächst und zusätzliche Stellplätze werden dringend gebraucht? Bevor Sie eine weitere Halle anmieten, lohnt sich ein genauer Blick auf Ihre Lagerstruktur. Verkehrswege, ungenutzte Höhen und ungünstige Regalabmessungen können wertvolle Kapazität binden.

Kompakte Lagersysteme ermöglichen eine hohe Lagerdichte, indem sie den Anteil dauerhaft freier Bediengänge reduzieren und Waren eng organisiert lagern. Ob das für Ihren Betrieb wirtschaftlich ist, hängt allerdings auch von der Artikelvielfalt, den Bestandsmengen und den benötigten Zugriffen ab.

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die wichtigsten Systeme und hilft dabei, zwischen maximaler Verdichtung und flexibler Lagerung abzuwägen.

Was sind kompakte Lagersysteme?

Ein Kompaktlagersystem ist eine Lagerlösung, bei der besonders viele Ladeeinheiten auf einer begrenzten Fläche beziehungsweise in einem begrenzten Raum untergebracht werden. Typisch sind mehrere Paletten hintereinander in Lagerkanälen oder bewegliche Regalzeilen, zwischen denen nur bei Bedarf ein Bediengang geöffnet wird.

Bei mehrfachtiefer Lagerung ist der direkte Zugriff auf jede einzelne Palette häufig eingeschränkt. Verschieberegale bilden eine wichtige Ausnahme: Nach dem Öffnen des jeweiligen Gangs bleiben die einzelnen Lagerplätze direkt erreichbar.

Kompaktlagerung und platzsparende Lagerung sind nicht gleichbedeutend. Auch passend dimensionierte Fachbodenregale können Raum effizient nutzen. Sie werden dadurch jedoch nicht automatisch zu einem Kompaktlagersystem im engeren technischen Sinn.

Welche kompakten Lagersysteme gibt es?

Einfahrregale und Durchfahrregale

Bei Einfahrregalen fährt der Stapler in einen Lagerkanal hinein. Die Paletten liegen hintereinander auf seitlichen Auflageschienen. Die Bedienung erfolgt von einer Seite, üblicherweise nach dem LIFO-Prinzip: Die zuletzt eingelagerte Palette wird zuerst entnommen.

Durchfahrregale sind von beiden Stirnseiten zugänglich. Bei entsprechend organisierter Be- und Entladung ermöglichen sie FIFO: Die zuerst eingelagerte Ware verlässt das Lager zuerst.

Beide Varianten kommen vor allem bei größeren Beständen gleichartiger Waren infrage. Viele unterschiedliche Artikel mit jeweils wenigen Paletten können dagegen zu schlecht ausgelasteten Kanälen führen.

Einschubregale beziehungsweise Push-Back-Regale

Einschubregale werden von einer Seite bedient. Beim Einlagern schiebt die neue Palette bereits vorhandene Paletten auf dafür vorgesehenen Wagen oder Rollenbahnen nach hinten. Bei der Entnahme rücken die verbleibenden Paletten durch das Gefälle nach vorn.

Der Stapler bleibt vor dem Regal. Das System arbeitet nach LIFO und eignet sich deshalb vor allem für Waren, bei denen diese Entnahmereihenfolge zulässig und organisatorisch sinnvoll ist.

Palettendurchlaufregale

Palettendurchlaufregale besitzen geneigte Rollenbahnen mit geeigneten Brems- und Trenneinrichtungen. Die Beschickung erfolgt auf einer Seite, die Entnahme auf der gegenüberliegenden. Die Paletten bewegen sich durch Schwerkraft zur Entnahmeseite.

Diese Anordnung unterstützt FIFO und trennt Nachschub und Entnahme räumlich. Sie kann beispielsweise für regelmäßig benötigte Produktionsmaterialien oder Versandpuffer sinnvoll sein.

Wichtig bei Waren mit Haltbarkeitsdatum: FIFO ist nicht automatisch FEFO. Bei FEFO wird die Ware mit dem frühesten Ablaufdatum zuerst entnommen. Dafür müssen Ablaufdaten erfasst und die Einlagerung sowie die Kanalauswahl entsprechend gesteuert werden.

Verschieberegale

Verschieberegale stehen auf verfahrbaren Unterbauten. Für den Zugriff wird der benötigte Gang geöffnet, während die übrigen Regalzeilen eng zusammenstehen.

Damit verbindet dieses System hohe Lagerdichte mit direktem Palettenzugriff im geöffneten Gang. Zu berücksichtigen sind die Zeit zum Öffnen, die Zahl gleichzeitig benötigter Bediengänge und die technischen Voraussetzungen des Gebäudes.

Paletten-Shuttle-Systeme

In einem Shuttle-Lager transportiert ein elektrisch betriebenes Fahrzeug die Paletten innerhalb der Lagerkanäle. Bei teilautomatisierten Anlagen übernimmt der Stapler typischerweise die Übergabe am Kanaleingang und setzt das Shuttle zwischen Kanälen um.

Automatisierte Ausführungen verbinden die Kanaltransporte mit weiterer Förder- und Hebetechnik. Multidirektionale Shuttles können sich innerhalb der dafür ausgelegten Regalanlage in mehreren horizontalen Richtungen bewegen; Ebenenwechsel erfolgen systemabhängig über Lifte.

Solche Lösungen erfordern eine auf Bestand, Durchsatz und Verfügbarkeit abgestimmte Planung. Automatisierung allein garantiert weder kurze Zugriffszeiten noch eine wirtschaftliche Anlage.

Automatische Behälterlager mit Shuttles

Für Kleinteile können Shuttle-Systeme Behälter oder Kartons automatisch zu Arbeitsplätzen transportieren. Das Ware-zur-Person-Prinzip reduziert Laufwege bei der Kommissionierung.

Wie kompakt eine Anlage tatsächlich ist, hängt unter anderem von Behältermaßen, Lagertiefe und der Anordnung von Gassen, Liften und Vorzonen ab. Nicht jedes Shuttle-Lager erreicht deshalb dieselbe Lagerdichte.

Kompaktlagersysteme im Vergleich

System Zugriff und Warenfolge Besonders interessant bei
Einfahrregal Kanalzugriff, üblicherweise LIFO Vielen Paletten je Artikel und geeigneter Bestandsstruktur
Durchfahrregal Beidseitige Bedienung, FIFO organisatorisch möglich Gleichartigen Waren und getrennten Ein- und Auslagerseiten
Einschubregal Einseitige Bedienung, LIFO Mehreren Paletten je Artikel ohne Staplereinfahrt ins Regal
Palettendurchlaufregal Gegenüberliegende Be- und Entladung, FIFO Regelmäßigem Warenfluss und Nachschubbedarf
Verschieberegal Direkter Zugriff nach Gangöffnung Hohem Flächendruck bei benötigtem Einzelzugriff
Paletten-Shuttle Kanaltransport durch Shuttle, Warenfolge abhängig vom Layout Tiefen Lagerkanälen und größeren Palettenbeständen
Behälter-Shuttle Automatische Bereitstellung am Arbeitsplatz Vielen Kleinteilezugriffen und planbarem Kommissionierbedarf

Welche Vorteile bietet kompakte Lagerung?

Mehr Stellplätze auf vorhandener Fläche

Weniger dauerhaft freie Bediengänge können zusätzliche Lagerplätze ermöglichen. Besonders interessant ist das, wenn eine Erweiterung teuer oder baulich nicht möglich ist. Entscheidend bleibt die tatsächlich nutzbare Kapazität: Ein leerer Platz in einem sortenrein belegten Kanal lässt sich nicht unbedingt mit einem anderen Artikel füllen.

Klar organisierte Warenströme

Passende Lagerkanäle und eindeutige Belegungsregeln erleichtern die Organisation nach Artikeln oder Chargen. Durchlaufregale können außerdem Beschickung und Entnahme voneinander trennen. Eine verlässliche Bestandsführung bleibt dabei erforderlich.

Potenzial für geringere Flächenkosten

Wenn derselbe Bestand weniger Gebäudevolumen benötigt, kann das die flächenbezogenen Kosten reduzieren. In Kühl- und Tiefkühllagern kann eine kompakte Auslegung energetische Vorteile bieten. Die tatsächliche Einsparung hängt jedoch auch von Gebäudehülle, Kühltechnik, Temperatur und Warenbewegungen ab.

Passende Automatisierung kann Abläufe entlasten

Shuttles können wiederkehrende Transporte übernehmen. Ob sich das lohnt, entscheidet der gesamte Materialfluss: Wareneingang, Einlagerung, Bereitstellung und Versand müssen zur Leistung der Anlage passen.

Wo liegen die Grenzen eines Kompaktlagers?

Hohe Lagerdichte ist kein Selbstzweck. Müssen häufig einzelne Paletten unterschiedlicher Artikel kurzfristig erreichbar sein, können tiefe Lagerkanäle die Abläufe erschweren.

Weitere Punkte sind mögliche Leerplätze durch Artikeltrennung, zusätzlicher Steuerungsaufwand sowie Wartungs- und Investitionskosten bei beweglichen oder automatisierten Systemen. Auch saisonale Bestände sollten in die Bewertung einfließen: Eine Anlage muss im Alltag funktionieren, nicht nur bei vollständig gefüllten Kanälen.

Vergleichen Sie deshalb die Kosten je tatsächlich nutzbarem Stellplatz und die Leistung im laufenden Betrieb. Die höchste rechnerische Stellplatzanzahl ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung.

Wann sind klassische Regalsysteme die bessere Wahl?

Bei vielen Artikeln und wechselnden Beständen kann eine gut geplante Standardlösung flexibler sein. Auch unterschiedliche Lagerbereiche innerhalb einer Halle sind sinnvoll: beispielsweise Palettenplätze für Reserven und Fachbodenregale für die Einzelentnahme.

Palettierte Waren mit direktem Zugriff: Konventionelle, einfachtiefe Palettenregale für Lager und Logistik ermöglichen den Zugriff auf die einzelnen Palettenplätze vom Bediengang aus. Das erleichtert den Umgang mit gemischten Sortimenten.

Kartons, Ersatzteile und manuelle Kommissionierung: Fachbodenregale für Lager und Werkstatt helfen, kleine und mittelgroße Artikel übersichtlich zu organisieren. Auf die Waren abgestimmte Fachhöhen vermeiden unnötigen Leerraum.

Sperrige Güter bei manueller Bedienung: Weitspannregale für großformatige Lagerware bieten breite Lagerebenen, beispielsweise für größere Kartons oder Bauteile. Die jeweilige Ausführung und Tragfähigkeit müssen zum Lagergut passen.

Lange Materialien: Für Rohre, Profile und andere Langgüter kommen Kragarmregale für die Langgutlagerung infrage. Ihre offene Bauweise unterstützt eine übersichtliche Ablage und die geeignete Entnahme dieser Güter.

Diese Regale sind eigenständige Lösungen für unterschiedliche Lageraufgaben. Ihre Stärke liegt darin, Lagergut, Raumnutzung und Zugriff sinnvoll miteinander zu verbinden.

So planen Sie eine platzsparende Lagerlösung

Erfassen Sie vor der Auswahl zunächst die wichtigsten Anforderungen:

  1. Lagergut: Abmessungen, Gewicht, Ladehilfsmittel und Zustand der Paletten beziehungsweise Behälter.
  2. Bestand: Artikelanzahl, durchschnittliche und maximale Menge je Artikel sowie saisonale Schwankungen.
  3. Warenfluss: Ein- und Auslagerungen pro Stunde, Spitzenzeiten und Kommissionierbedarf.
  4. Entnahmeregeln: Freier Einzelzugriff, FIFO, LIFO oder eine Steuerung nach Ablaufdatum.
  5. Gebäude und Technik: Nutzbare Höhe, Stützen, Tore, Boden sowie eingesetzte Fördermittel.
  6. Wirtschaftlichkeit: Investition, Betrieb, Wartung und mögliche Erweiterungen.

Berücksichtigen Sie außerdem Verkehrswege, Brandschutz und den sicheren Betrieb bereits im Layout. Zusätzliche Stellplätze dürfen notwendige Freiräume nicht verdrängen.

Für die erste Zusammenstellung einer konventionellen Palettenregalanlage steht Ihnen unser Palettenregal-Konfigurator zur Verfügung. Die konkrete Auslegung muss zu Ihren Lasten und den Bedingungen am Aufstellort passen.

Passende Lagertechnik bei Regalbedarf finden

Sie möchten mehr Waren unterbringen und gleichzeitig den Überblick behalten? Bei Regalbedarf finden Sie Regalsysteme für unterschiedliche Lagergüter und Betriebsabläufe. Gemeinsam lässt sich klären, welche Lösung aus unserem Sortiment zu Ihrem Bedarf passt.

Auch die Umsetzung gehört dazu: Informieren Sie sich über unsere professionelle Regalmontage und die Regalinspektion für bestehende Anlagen.

Senden Sie uns Ihre Raummaße, die Art des Lagerguts und die benötigten Stellplätze. Über unser Kontaktformular für Ihre Lageranfrage erreichen Sie uns für eine persönliche Beratung und ein individuelles Angebot.