Eine gut organisierte Lagerhaltung ist die Grundlage für effiziente Arbeitsabläufe, kurze Wege und eine hohe Lagerleistung. Gerade in Industrie, Logistik, Produktion und Handel stehen Unternehmen häufig vor der Herausforderung, große Mengen unterschiedlichster Waren platzsparend, übersichtlich und sicher zu lagern.
Doch wo beginnt eine optimale industrielle Lagerung?
Wer seine Waren systematisch klassifiziert, das passende Lagersystem auswählt und die Lagerprozesse regelmäßig überprüft, kann vorhandene Lagerflächen besser nutzen, Arbeitsabläufe optimieren und unnötige Kosten vermeiden.
Dabei spielt die richtige Lagertechnik eine entscheidende Rolle. Je nach Ware, Gewicht, Abmessungen und Umschlagshäufigkeit kommen unterschiedliche Regalsysteme infrage – vom Lagerregal für die allgemeine Lagerorganisation über das Schwerlastregal für robuste Lagerlösungen bis zum Kleinteilregal für Kleinteile, Kartons und Stückgut.
Bestimmen Sie zunächst die Eigenschaften Ihrer Waren
Bevor Sie mit der eigentlichen Organisation Ihres Lagers beginnen, sollten Sie genau analysieren, welche Waren und Produkte eingelagert werden.
Nicht jede Ware stellt die gleichen Anforderungen an die Lagerung. Deshalb sollten die einzelnen Artikelarten zunächst anhand verschiedener Eigenschaften klassifiziert werden.
Aggregatzustand
Handelt es sich um feste, flüssige oder gasförmige Produkte?
Je nach Aggregatzustand können unterschiedliche Lagerbedingungen und Sicherheitsanforderungen gelten. Flüssigkeiten benötigen beispielsweise häufig spezielle Auffanglösungen, während feste Waren je nach Gewicht und Abmessung in unterschiedlichen Regalsystemen gelagert werden können.
Verpackungsart
Auch die Verpackung Ihrer Waren beeinflusst die Wahl des passenden Lagersystems.
Werden die Produkte beispielsweise auf:
- Europaletten oder Industriepaletten
- Kartons
- Behältern und Kisten
- Fässern
- Palettenboxen
- oder direkt auf Regalböden
gelagert?
Für kleinere Einzelteile und Kartonware können beispielsweise Weitspannregale eine geeignete Lösung sein. Für palettierte Waren kommen dagegen entsprechend ausgelegte Palettenregale zum Einsatz.
Abmessungen, Gewicht und Volumen
Größe und Gewicht der Waren sind entscheidende Faktoren bei der Planung einer Lageranlage.
Ermitteln Sie deshalb möglichst genau:
- Länge, Breite und Höhe der Waren
- Einzelgewicht
- Gesamtgewicht
- benötigtes Lagervolumen
- benötigte Lagerfläche
Bei schweren oder besonders großen Lagergütern kann ein entsprechend dimensioniertes Schwerlastregal die richtige Lösung sein. Für kleinere und mittelschwere Lagergüter bieten sich dagegen häufig Lagerregale und Metallregale an.
Umgebungsbedingungen
Nicht jede Ware kann unter den gleichen Bedingungen gelagert werden.
Berücksichtigen Sie daher beispielsweise:
- Temperatur
- Luftfeuchtigkeit
- Licht
- Staub
- Vibrationen
- Witterungseinflüsse
- besondere Sicherheitsanforderungen
Auf Basis dieser Informationen erhalten Sie ein klares Bild davon, welche Anforderungen Ihre Lagerlösung erfüllen muss.
Ein schweres Maschinenteil benötigt beispielsweise eine vollkommen andere Lagerlösung als empfindliche, licht- oder feuchtigkeitsempfindliche Waren.
Wählen Sie das passende Lagersystem
Sind die Eigenschaften Ihrer Waren bekannt, folgt die Auswahl des passenden Lagersystems.
Dabei sollte nicht ausschließlich auf den Anschaffungspreis geachtet werden. Entscheidend ist vielmehr, dass die Lagertechnik langfristig zu Ihren Anforderungen passt und eine effiziente Nutzung der vorhandenen Fläche ermöglicht.
Je nach Lagergut können beispielsweise unterschiedliche Regalsysteme interessant sein:
- Lagerregale für die übersichtliche und flexible Lagerung unterschiedlichster Waren
- Metallregale für robuste und langlebige Lagerlösungen
- Fachbodenregale für Kartons, Kleinteile, Stückgut und manuelle Kommissionierung
- Profillagerregale für lange und sperrige Lagergüter
- Palettenregale für palettierte Waren und hohe Lagerlasten
- Schwerlastregale für schwere Lagergüter und hohe Fachlasten
Die Wahl sollte immer davon abhängig gemacht werden, welche Waren gelagert werden und wie das Lager im täglichen Betrieb genutzt wird.
Lagerregale für eine flexible Lagerorganisation
Lagerregale sind eine vielseitige Lösung für zahlreiche industrielle und gewerbliche Lagerbereiche.
Sie eignen sich insbesondere dann, wenn unterschiedliche Waren übersichtlich gelagert und schnell erreichbar sein sollen. Je nach Ausführung können Lagerregale mit unterschiedlichen Fachböden und Abmessungen ausgestattet und an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden.
Metallregale für robuste Lagerlösungen
Metallregale bieten eine robuste Grundlage für die Lagerung unterschiedlichster Waren.
Gerade in Werkstätten, Lagerräumen, Produktionsbereichen oder Betrieben mit regelmäßigem Warenumschlag sind stabile Regalsysteme gefragt. Die verschiedenen Ausführungen ermöglichen es, die Lagerlösung an Gewicht, Größe und Art der Waren anzupassen.
Fachbodenregale für Kleinteile und Stückgut
Für Kartons, Behälter, Ersatzteile, Werkzeuge und kleinere Lagergüter sind Fachbodenregale besonders interessant.
Die einzelnen Ebenen können übersichtlich bestückt werden und ermöglichen einen schnellen Zugriff auf die eingelagerten Waren. Dadurch eignen sich Fachbodenregale unter anderem für Lager, Werkstätten, Ersatzteillager und Bereiche, in denen Waren manuell kommissioniert werden.
Vertikalregale für lange und sperrige Waren
Nicht jedes Lagergut lässt sich sinnvoll auf klassischen Regalböden unterbringen.
Für lange und sperrige Produkte wie Profile, Rohre, Leisten oder Stangen können Vertikalregale eine platzsparende Lösung darstellen. Durch die vertikale Lagerung lassen sich solche Waren übersichtlich und gut zugänglich unterbringen.
Berücksichtigen Sie die Umschlagshäufigkeit
Die Umschlagshäufigkeit Ihrer Artikel hat einen direkten Einfluss auf die optimale Lagerstrategie.
Schnelldreher sollten möglichst so gelagert werden, dass sie schnell und ohne unnötige Wege erreichbar sind. Langsam drehende Artikel können dagegen gegebenenfalls in weniger gut zugänglichen Lagerbereichen untergebracht werden.
Eine sinnvolle Anordnung der Lagerplätze kann dadurch dazu beitragen, Laufwege zu reduzieren und die Kommissionierung zu beschleunigen.
Beachten Sie Verfallsdaten und Lagerprinzipien
Bei Lebensmitteln, pharmazeutischen Produkten oder anderen Waren mit begrenzter Haltbarkeit muss das Verfallsdatum in die Lagerstrategie einbezogen werden.
Hier können beispielsweise FIFO- oder FEFO-Prinzipien eine wichtige Rolle spielen. Das Lager sollte so organisiert sein, dass Waren mit kürzerer Haltbarkeit bevorzugt entnommen werden können.
Die Lagertechnik sollte diese Prozesse unterstützen und einen möglichst einfachen Zugriff auf die entsprechenden Waren ermöglichen.
Welche Art von Lager betreiben Sie?
Auch die Umgebung und Nutzung des Lagers müssen berücksichtigt werden.
Handelt es sich um:
- ein klassisches Warenlager?
- ein Produktionslager?
- ein Versandlager?
- ein Ersatzteillager?
- ein Logistikzentrum?
- ein Zwischenlager?
Jeder dieser Bereiche stellt unterschiedliche Anforderungen an Lagertechnik, Zugänglichkeit und Warenfluss.
Deshalb sollte ein Lagersystem niemals isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel zwischen Lagergut, Lagerfläche und Arbeitsabläufen.
Nutzen Sie Ihre Lagerfläche möglichst effizient
Eine gute industrielle Lagerung bedeutet nicht automatisch, möglichst viele Waren auf möglichst kleiner Fläche unterzubringen.
Vielmehr geht es darum, die vorhandene Fläche effizient, sicher und wirtschaftlich zu nutzen.
Dazu gehört beispielsweise die Frage, ob die vorhandene Raumhöhe optimal ausgenutzt wird.
Bei höheren Lageranlagen können zusätzliche Lagerebenen geschaffen werden. Dadurch lässt sich die vorhandene Lagerfläche auch in der Höhe besser nutzen.
Gleichzeitig müssen Verkehrswege, Fluchtwege, Bedienbereiche und die Anforderungen an die sichere Nutzung der Regalanlage berücksichtigt werden.
Eine hohe Lagerdichte allein ist deshalb kein ausreichendes Ziel. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Lagerkapazität, Zugänglichkeit, Sicherheit und effizienten Arbeitswegen.
Regale, Behälter und Lagerplätze eindeutig kennzeichnen
Ein gut organisiertes Lager benötigt nicht nur die richtige Lagertechnik. Ebenso wichtig ist eine klare und nachvollziehbare Kennzeichnung.
Regale, Regalebenen, Lagerplätze, Behälter und andere Lagereinrichtungen sollten eindeutig identifizierbar sein.
Dadurch lässt sich beispielsweise schnell nachvollziehen:
- Wo befindet sich ein bestimmter Artikel?
- Welche Ware gehört zu welchem Lagerplatz?
- Welche Regalebene ist vorgesehen?
- Wo befindet sich welches Material?
- Welche Waren müssen nachbestellt oder umgelagert werden?
Eine strukturierte Kennzeichnung unterstützt damit nicht nur die Übersichtlichkeit, sondern auch die Bestandsführung und Kommissionierung.
Gerade bei größeren Lageranlagen kann eine klare Lagerplatzstruktur entscheidend dafür sein, wie schnell Mitarbeiter Waren finden und bewegen können.
Führen Sie regelmäßige Kontrollen und Instandhaltungsarbeiten durch
Auch das beste Lagersystem benötigt regelmäßige Kontrolle und Pflege.
Regale und andere Lagereinrichtungen sind im täglichen Betrieb verschiedenen Belastungen ausgesetzt. Dazu gehören beispielsweise das Ein- und Auslagern von Waren, der Einsatz von Flurförderzeugen oder unbeabsichtigte Anfahrvorgänge.
Beschädigungen sollten deshalb nicht ignoriert werden.
Gerade bei professionellen Lageranlagen ist eine regelmäßige Regalinspektion ein wichtiger Bestandteil der Betriebssicherheit. Beschädigte Bauteile können frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.
Neben der regelmäßigen Kontrolle sollten auch Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten geplant und dokumentiert werden.
So lassen sich Betriebsunterbrechungen vermeiden und die langfristige Sicherheit der Lagertechnik unterstützen.
Überprüfen Sie Ihre Lagerprozesse regelmäßig
Die Organisation eines industriellen Lagers ist kein einmaliges Projekt.
Warenbestände verändern sich, neue Produkte kommen hinzu, Artikel werden schneller oder langsamer umgeschlagen und auch die Anforderungen an Produktion und Versand können sich verändern.
Deshalb sollten Sie Ihre Lagerprozesse regelmäßig überprüfen.
Fragen Sie sich beispielsweise:
- Sind die aktuellen Lagerplätze noch sinnvoll?
- Werden häufig benötigte Waren schnell erreicht?
- Sind Lauf- und Transportwege unnötig lang?
- Wird die vorhandene Lagerfläche optimal genutzt?
- Sind die Regalsysteme noch passend dimensioniert?
- Gibt es häufige Beschädigungen oder Störungen?
- Hat sich das Sortiment verändert?
- Muss die Lagerstruktur erweitert werden?
Wenn sich die Anforderungen Ihres Unternehmens verändern, kann auch eine Neugestaltung oder Erweiterung der Lagerstruktur sinnvoll sein.
Dabei lohnt es sich, nicht nur einzelne Regale auszutauschen, sondern die gesamte Lagerorganisation zu betrachten.
Industrielle Lagerung beginnt mit einer guten Planung
Eine effiziente industrielle Lagerung besteht aus deutlich mehr als der Anschaffung einiger Regale.
Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Warenstruktur, Lagertechnik, Lagerplatzorganisation, Sicherheit und effizienten Prozessen.
Wer die Eigenschaften seiner Waren kennt, das passende Lagersystem auswählt, Lagerplätze sinnvoll strukturiert und die Prozesse regelmäßig überprüft, schafft die Grundlage für eine leistungsfähige Lagerlogistik.
Ob Lagerregal, Metallregal, Fachbodenregal oder Vertikalregal: Die richtige Lagertechnik sollte immer zu den tatsächlichen Anforderungen Ihres Unternehmens passen.
Denn am Ende geht es bei einer professionellen Lagerorganisation um drei zentrale Ziele: mehr Übersicht, effizientere Prozesse und eine sichere Lagerung Ihrer Waren.
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