Wer Ordnung im Lager oder in der Werkstatt schaffen will, kommt an einem Punkt nicht vorbei: Die Entscheidung zwischen „Marke Eigenbau“ und professionellen Systemen. Doch beim Thema Regal selber bauen geht es um mehr als nur ein paar Bretter. Gerade bei Palettenregalen, Lagerregalen und Schwerlastregalen entscheidet die Konstruktion über Sicherheit und Belastbarkeit.
In diesem Guide zeigen wir dir, wie du den Aufbau selbst meisterst und wann der Profi übernehmen muss.
DIY-Projekt: Lagerregale und Schwerlastregale als Stecksystem
Der einfachste Weg zum „selbstgebauten“ Lager ist das Steckregal. Hier kaufst du kein fertiges Möbelstück von der Stange, sondern konfigurierst dein System individuell.
Warum Steckregale die beste Wahl für Selbermacher sind
Moderne Lagerregale basieren oft auf einem intelligenten Stecksystem. Der Vorteil: Du benötigst meist nur einen Gummihammer.
-
Flexibilität: Die Traversen lassen sich in der Höhe variabel einrasten.
-
Stabilität: Durch die präzise Fertigung der Steckverbindungen verkantet sich das System unter Last selbst und wird dadurch stabiler.
-
Zeitersparnis: Im Vergleich zu geschraubten Varianten bist du dreimal schneller fertig.
Anleitung für den Aufbau von Schwerlastregalen
Wenn du Schwerlastregale selbst aufbaust, achte auf die Basis. Ein fester, ebener Untergrund ist Pflicht.
-
Rahmen montieren: Stecke die Steher mit den Tiefenstreben zusammen.
-
Traversen setzen: Beginne unten, um dem Skelett direkt Standfestigkeit zu geben.
-
Sicherung: Vergiss die Sicherungsstifte nicht! Sie verhindern, dass Traversen versehentlich ausgehoben werden (z. B. durch einen Gabelstapler oder beim Einlagern).
Palettenregale aufbauen: Eine Klasse für sich
Ein Palettenregal ist kein gewöhnliches Regal – es ist eine Stahlkonstruktion, die tonnenschwere Lasten über den Köpfen von Mitarbeitern hält.
Der Aufbau in Eigenregie
Technisch gesehen ist der Aufbau eines Palettenregals für versierte Handwerker kein Hexenwerk. Die Komponenten sind massiv, die Montage erfolgt meist durch Verschraubung der Rahmen und Einhängen der massiven Längsträger. Doch Vorsicht: Die Hebelkräfte sind enorm.
Wichtige Checkliste für den Eigenaufbau:
-
Lotgerechte Ausrichtung: Nutze eine Wasserwaage. Schon minimale Neigungen reduzieren die Tragfähigkeit massiv.
-
Bodenanker: Ein Palettenregal darf niemals frei stehen. Die Schwerlastanker müssen tief im Beton sitzen.
Sicherheit & Normen: Wann der Fachmann ran muss
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer privat im Keller ein Regal aufstellt, ist frei in seiner Entscheidung. Im gewerblichen Bereich gelten jedoch strenge Regeln.
DIN EN 15635 und die Regalprüfung
Sobald deine Regale gewerblich genutzt werden, greift die DIN EN 15635. Das bedeutet:
-
Montage durch Fachpersonal: Wenn das System komplex ist oder sehr hohe Lasten trägt, sollte die Erstmontage durch zertifizierte Regalmonteure erfolgen.
-
Jährliche Inspektion: Ein qualifizierter Regalprüfer muss die Anlage einmal im Jahr abnehmen.
Wichtiger Hinweis: Hast du dein Regal komplett „Marke Eigenbau“ aus Holz oder Restmetall geschweißt? Dann wird ein Prüfer dieses Regal im gewerblichen Umfeld niemals zulassen, da keine statischen Berechnungen und Belastungsschilder vorliegen.
Fazit: Selber bauen ja, aber mit System
Regale selbst aufzubauen spart Kosten und macht flexibel. Setze dabei auf hochwertige Komponenten und geprüfte Systeme. So hast du die Gewissheit, dass deine Waren sicher lagern und du bei einer Betriebsprüfung keine bösen Überraschungen erlebst.




